Vier unerschrockene Musketiere an der Zahl, die da waren
Heribert Foik
Klaus Schmidt
Hans-Joachim Vogel
Karl Janowski
ritten zusammen vom 19.05. bis 04.06.2002 diese traumhaft schöne Tour.
Es begann wie so oft mal eben auf einer Tour so zwischen durch - sollen wir nicht mal mit den Mopeds nach Kroatien fahren - Anfangs eher skeptisch, später jedoch waren wir natürlich hell auf begeistert von der Vorstellung es tatsächlich durch zu ziehen.
Anfang des Jahres 2002 war es dann soweit. Wir vom Kölner Stammtisch, heute - Cologne Division - hatten uns überlegt, einmal eine gemeinsame Urlaubsfahrt mit dem Motorrad über einen längeren Zeitraum zu unternehmen. Inspiriert durch Mira, die kroatische Lebensgef�hrtin von Klaus, kamen wir auf die Idee eine Fahrt nach Kroatien zu unternehmen. Wir beschlossen aufgrund der langen Anfahrt (ca. 1600 KM) mit dem Autoreisezug von Köln nach Villach (Grenzgebiet Österreich-Slowenien) über Nacht zu fahren und die gleiche Strecke auch wieder zurück. Da Klaus bereits einige Erfahrung mit dem buchen ( Schlafabteil, Stellplatz Moped`s ) im Autoreisezuges hatte, wurde er gebeten, den für uns besten Zug zu buchen, sowohl was die Uhrzeit bzw. auch die Jahreszeit anbetraf. Unser Quartier stand durch Mira schon fest: eine Ferienwohnung in Filip-Jakov bei Biograd ca. 20 km südlich von Zadar.
Am 19.5. ging es abends um 21.00 Uhr los. Wir
trafen uns am Kön-Deutzer Bahnhof erledigten die Formalitäten der Reise u. bekamen
unverhofft Besuch von einem Ehepaar unseres Stammtisches Ute & Jürgen
Gladow, die uns einen schönen Urlaub und eine Gute Reise wünschten, uns sehr um diese beneideten.
Nachdem wir die Motorräder festgezurrt hatten, was wir übrigens niemand anderem überliessen sondern selber machten, da wir nichtwollten, das jemand Fremder sich an unseren Schätzchen zu schaffen macht
oder evtl. bei dieser Aktion noch etwas beschädigt wird. Der Beginn der Reise
wurde wie kann es anders sein im Speisewagen feuchtfröhlich gefeiert. Ein bisschen
Schlaf fanden wir auch. Leider mussten wir in der Nacht wegen der Menge an Bier
die wir verköstigt hatten des öfteren aus den oberen Kojen klettern, was den
darunter liegenden weniger gefiel. Es nutze nichts, das Zeug musste ja raus und
das dringend ! Am nächsten Morgen gegen
9.30 Uhr in Villach angekommen sollte unsere Reise nach dem wir die Mopeds
entzurrt hatten leider im Regen beginnen. Wir verliessen Österreich durch den
Karawankentunnel (7.850 m) dieser war ganz schön lang, dunkel und
es war sehr laut darin, nicht zuletzt wegen unserer Mopeds ;-)). Slowenien
erwartete uns auf der anderen Seite des Tunnels ebenfalls mit Regen. Gegen
13.00 Uhr erreichten wir die kroatische Grenze, wo wir zu Mittag assen. Wir
hatten zwar gut gefrühstückt, jedoch einer von uns, den ihr alle kennt war so
stark unterzuckert und quengelte - wir müssen dringend was essen - , also haben wir
uns natürlich nicht lange bitten lassen und kamen seinem Wunsch nach. Wir
wollten ja nicht, dass er uns vor Schwäche vom Moped fällt.
Je südlicher
wir kamen, desto schöner wurde das Wetter. Von Rijeka aus genossen wir die
Küstenstrasse Richtung Biograd n/m. Die Adria im permanenten Blickwinkel, es war
ein Traum. Weniger traumhaft waren die seitlichen Strassenbegrenzungen, die
einen Motorradfahrer in keiner Weise vor einem Sturz mehrere hundert Meter tief
in die Adria schützen. Hier müsste noch was geschehen.
Gegen 19.30
Uhr kamen wir endlich an. Mira überraschte uns mit einem vorzüglichen, typisch
kroatischen Essen. Ein wunderbarer Abend mit selbst gekeltertem Wein war um
22.30 Uhr zu Ende. 420 Serpentinen-km waren wir
an diesem Tag unterwegs.
Am folgenden
Tag zeigte uns Klaus die nähere Umgebung. Wir fuhren Richtung Vodice und weiter
Richtung Sibenik, mit einer Brücke, die berühmt ist für bungee-jumping-events.
Leider waren wir die einzigen, kein Gummiband weit und breit. Durchs Hinterland
mit noch immer vielen zerschossenen Häusern bzw. Dörfern ging es über Zadar
wieder zurück (Tagestour 265 km).
Die nächsten Tage verbrachten wir auf die gleiche Art
mit unterschiedlichen Touren in diesem herrlichen Land jeweils zwischen 250 und
300 km. Abends kehrten wir dann meist in einer Hafenkneipe inFilip-Jakov ein
auf einen oder auch mehrere Absacker & einigen Bierchen.
Ein fast Einheimischer besuchte uns regelmässig Abends
auf ein paar Flaschen Bier & fragte - watt guckt
ihr denn gleich im Fernsehen - somme nit Hausmeister Krause gucken? Wir sahen uns leicht verwundert an, sprachen
dann aber wie aus einem Mund : och nee,
wolle mir net . Wahrscheinlich leicht verärgert sah er sich dann eine Etage
tiefer das Einheimische Fernsehen an.
Das Wetter spielte einige Male nicht so mit wie
erhofft, na ja wir hatten ja noch Vorsaison. Die Verpflegung war nicht so reichhaltig
wie gedacht, da die meisten Lokale noch geschlossen hatten, Pizza gab es jedoch
in ausreichender Fülle. Oftmals hatte sich Achim abends das Schürzchen
umgebunden und aus den vorhandenen Vorräten ein wahrhaft hervorragendes &
schmackhafte Menues gezaubert. Die Küchengehilfen Heribert & Karl
erledigten die niederen Arbeiten, wozu sie vom Maitre angewiesen wurden. Die
Tage, an denen es wie Bindfäden regnete, vertrieben wir uns mit Fussmärschen in
Richtung Hafenkneipe und mehrstündigen Aufenthalten.
Am 30.5. bei strahlendem
Sonnenschein fuhren wir in den Krk-Nationalpark (hier wurden zu kommunistischen
Zeitenu.a. Karl-May-Filme gedreht). Wir
liessen es uns nicht nehmen, an einer Brücke ein Foto zu machen, welches später
als - Bad Boys - bezeichnet wurde. Nach 4 Stunden Aufenthalt in toller
Atmosphäre ging es zurück diesmal nach Vodice, wo wir in einer urigen Kneipe
namens - Santa Maria - exzellent gegessen haben. Das Innenleben der Kneipe
bestand aus einem Sammelsurium von Dingen aus der ganzen Welt inklusive der
freilaufenden Hühner und natürlich einem stolzen Hahn, die sich von den am
Boden liegenden Erdnüssen der Gäste ernährten, die diese Traditionsgemäss einfach mitten in der Kneipe fallen
lassen dürfen. Es war einfach klasse
Am darauf folgenden Tag fuhren wir nördlich
Richtung Zagreb und das letzte Mal durchs Hinterland zurück, wo wir auch durch
den Ort Karin fuhren. Heribert &
wir beschlossen, da müssen wir dringend ein Beweis Foto von machen und
stellten uns auf. Dieses Ortsschild hatte die zweite Gruppe von uns, die 2005
dort war leider vergeblich gesucht, jedoch ein Ähnliches gefunden. Zum frühen Abend hin waren wir von Mira zum
Fischessen eingeladen. Gegrillte Doraden mit Oliven, Salaten und gebackenen
Kartoffeln, Sahnekuchen hinterher und damit alles gut rutscht: jede Menge
Rotwein und Grappa (auch aufgrund der hohen Prozentanteile sehr beliebt zum
Einreiben bei Verstauchungen oder Sonnenbrand). Einer von uns ass die Doraden in
einer solchen Geschwindigkeit, wir staunten Bauklötze und wussten gar nicht,
das so was geht nein nein, es war nicht Achim;-)) Es war traumhaft lecker aber
auch fürchterlich, was am nÃähsten Tag die Verdauung anging. Es war übrigens
der Tag, an dem Heribert mit Maria, der Schwester von Mira, zum Ziegenmelken verschwand.
Warum ihm hierbei von einem Zick-lein in den Hintern gebissen wurde, wird für
uns leider immer ein Rätsel bleiben. Er schweigt sich hierzu leider bis heute aus.
Die letzten 2 Tage vor der Abfahrt gestalteten wir
als Badeurlaub. Am 3.6. machten wir uns frühmorgens auf den Weg Richtung
Heimat, die gleiche Strecke zurück. Am letzten Grenzübergang in Slowenien
Richtung Österreich hatten leider einen unangenehmen Zwischenfall, der uns doch
noch einige Zeit beschäftigen sollte. Was war passiert? Klaus fuhr als erster und
zeigte dem Zöllner seine Papiere,
Heribert stand direkt hinter ihm und hielt seine Papiere zwischen den Zähnen
fest. Nun kam was kommen musste, von der anstrengenden Reise gezeichnet das
Ziel so nah, es gleich geschafft zu haben war unsere Freude wohl zu euphorisch.
Unsere Truppe hatte miteinander einen leichten
Auffahrunfall ohne nennenswerte Folgen.
Heribert wollte seine Papiere ohne den Gang raus zu
nehmen aus dem Mund in die linke Hand frei geben und lupfte hierbei unbeabsichtigt nur ein wenig
die Kupplung, was für einen kurzen aber heftigen Satz nach vorne sorgte, wobei
er das Kronjuwel ( RS ) von Klaus am hinteren Kotflügel kurz anhutze. Wir alle
sahen uns erschrocken an, ausgerechnet so kurz vor unserem Ziel !
Er schaute sich kurz um, fing an zu Grummeln fuhr recht zügig auf den
Parkplatz hinter dem Zollhaus, stieg ab, sah sich den Kotflügel an und fing an
zu Wettern.
Original Ton- dat is jetz ene
Unfallmaschine, so ein Sch... dat Jahrestreffen in Staffelstein is jetz gestorben, da kann ich auf keinen Fall
hin - Wir sahen uns gemeinsam den Schaden an und befanden das es gar
nicht so schlimm war, der Kotflügel hinten hatte lediglich ein klein wenig
dicke Backen bekommen, was wir kurzfristig etwas herrichteten damit wir zum
Bahnhof kamen, denn unser Zug war ja gebucht. Heribert einigte sich mit Klaus
die Sache von der Versicherung aus der Welt schaffen zu lassen, woraufhin er
sich dann langsam wieder beruhigte.
Abends in Villach erledigten wir erst einmal wieder
den üblichen Papierkram u. warteten auf die Verladung unsere mittlerweile sehr
schmutzig gewordenen Mopeds. Wir hörten draussen ein grollen. Watt nu? Eine
Gruppe Harley Fahrer aus Köln wie sich heraus stellte, die aber dummer Weise nur
einen Waggon nach Düsseldorf gebucht hatten, kamen von Ihrer Tour. Klaus grosszügig
wie er ist, stellte sich als Vermittler zur Verfügung und machte die Gruppe
darauf aufmerksam, das man auch bis Köln Deutz buchen könne und sie doch
versuchen sollen umzubuchen.Gesagt getan.
Die Herren der Harleys konnten umbuchen u. fuhren zu Klaus Ãrger auch noch zu erst
auf den von uns gebuchten Waggon des Autoreisezug. Ausgerechnet er kam dann
auch noch mit seiner Maschine zwischen zwei Waggons so schlecht zum stehen, das es überhaupt nicht
seinen Vorstellungen entsprach die Maschine ordnungsgemäss zu verzurren. Ãger
war also vorprogrammiert, aber auch das haben wir noch hin bekommen.
Die Nacht verlief nicht so feuchtfröhlich wie die Hinfahrt, na ja die
Ferien waren halt zu Ende, die Maschinen haben allerdings auch bis Köln
gehalten
Alles in allem war es eine Super-Tour, die wir nur jedem
zur Nachahmung empfehlen können. Ein wunderschönes Land, zu dieser Jahreszeit
in der Blüte stehend wartet mit Gerüchen
auf, die wir zumindest im Rheinland so nicht kennen. Es war nicht das letzte
Mal, dass wir dieses herrliche Land mit unseren Royal Stars erkunden werden. Übrigens: unsere Maschinen waren - egal wo wir hinkamen - der Blickfänger
schlechthin und häufig umlagert von jung und alt.
Erlaubte sich jemand unseren Moped`s zu nahe zu
kommen, gar sie anzufassen kam der Satz - die Tatscher sin widder da - Leicht erregt schritt Mann
Richtung Moped, um denjenigen zur Rede zu stellen, und festzustellen, der
is ja zwei Köppe grösser, woraufhin die
Konversation friedlich weiter geführt wurde. War ja schliesslich vom Sessel des
Kaffees aus nicht zu erkennen...schmunzel. Die uns am meisten gestellte Frage war: Was
kostet denn so eine Harley? Ich habe ja früher auch mal so eine gefahren. Wir konnten nur noch schmunzeln
und wollten es nicht mehr hören.