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TSCHECHIEN 2008 Ein Erlebnisbericht
Unser Freund Achim hatte dieses Jahr wieder eine Tour nach Tschechien zu seiner Schwester Rita und ihrem Mann Jiri geplant. Auf seine Einladung hin, nahmen 6 unserer Stammtischmitglieder an dieser Expedition teil. Also trafen wir uns am Samstagmorgen, dem 24.Mai 2008 bei Achim zu Hause in Hennef. Mit von der Partie waren Karl, Gisela, Willi, Bertram, Bernd und Ingo, ein Freund von Achim. Die Abfahrt war um 9 Uhr geplant. Erst wurde Kaffee getrunken und jeder hatte noch etwas zu erzählen. Gestartet wurde dann planmäßig und nach dem Abschied von Mo ging es dann endlich los. Sieben bepackte RoyalStars fuhren im Sonnenschein (und dies sollte auch die ganze Woche so bleiben) durch Hennef Richtung B8. Über diese Landstraße erreichten wir dann die Dreifelder Seenplatte im Westerwald. Hier hatte Achim eine Pause geplant. Das Lokal am See war uns noch durch die Geschichte mit Arthur gut in Erinnerung.
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Nach einem Kaffee und einigen Würstchen ging es weiter über die Landstraßen. Um schneller voran zu kommen, fuhren wir bei Limburg auf die A3 bis Aschaffenburg. Danach fuhren wir über die B 26 Richtung Löhr. 
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Die Karre runterschalten, und kehrt Richtung "Essen fassen". Wir parkten unsere Maschinen und nahmen Platz im Biergarten. Hier saßen wir im Schatten unter alten Baumkronen. Die Wirtin wollte gerade schließen, aber so gut wie sie drauf war, versorgte sie uns auf Anhieb mit dem, was die Küche zu bieten hatte. Ein leckeres alkoholfreies Bierchen dabei und wir waren alle glücklich. Gestärkt für den nächsten Abschnitt der Reise, ging es gemütlich weiter über die B27 Richtung Karlstadt und Würzburg.  Nachmittags machten wir nochmal eine Pause auf einem Rastplatz entlang der Landstraße.
Auf dieser Anhöhe hatte man einen hervorragenden Blick über das bayrische Land. Bei Neustadt an der Aich fanden wir zurück auf die B8 und von hier aus führte uns mein Navi zu einem kleinen verschlafenen Örtchen: Dansbach. Der Gasthof war schnell gefunden im  Drei-Seelen-Dorf. Wirt und Wirtin waren sehr gastfreundlich und es wurde schnell eingecheckt. Die Zimmer waren sauber und die RoyalStars wurden in der Scheune untergestellt. Danach sind wir auf der Terrasse vor dem Haus sitzengeblieben und haben uns bei einem ( oder mehreren) guten bayrischen Bierchen von unser ersten Etappe erholt. Aber es gab noch etwas Gutes hier: Der Wirt schlachtet selber und was auf den Tisch kam, war aus eigenem Hause.
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Morgens trafen wir uns zum Frühstück, besonders die selbstgemachte Blutwurst hat uns angetan. Nachdem der Mensch gestärkt war, wurden die Maschinen wieder zum Leben erweckt.
On The Road Again, diesmal ging es zurück nach Neustadt an der Aich, um über Fürth und Nürnberg auf die A3 zu gelangen. Dieser folgten wir bis Regensburg, dann weiter über die B16 bis Roding. Hier wechselten wir auf die B85, die uns über Cham nach Regen führte. Inzwischen war es wieder Mittag und Zeit eine Futterstelle anzufahren. In Regen wurden wir fündig und statt in ein bayrisches Lokal zu gehen, fanden wir eine italienische Pizzeria mit Aussenterasse. Nicht schlecht, aber es gab einen strengen Geruch aus den Ecken. Nachdem wir alle satt waren, ging es weiter durch den bayrischen Wald über die B533 Richtung Phillipsreut zur Grenze. Die Landstraßen dorthin schlängelten sich in zahlreichen Kurven bergauf. Willi juckte es jetzt irengwo und er gab seiner Maschine die Sporen, weg war er. Wir machten solange noch eine Pause und ließen Willi seinen Spaß. Wann würde er merken, daß wir angehalten hatten. Während wir warteten, klärte uns Achim auf, dass auf dieser Strecke die Polizei in zivilen Fahrzeugen streng kontrollierte. Könnte für Willi ein teurer Spaß werden.
Nach 10 Minuten hörten wir das Grollen von Willi's Maschine und mit einem Lächeln auf dem Gesicht kam er auf den Parkplatz gefahren. Und tatsächlich: er erzählte uns, das er die Polizei in Zivil gesehen hat. Aber abkassiert wurde er nicht. Nach dieser letzten Pause  verließen wir die deutsche Heimat und passierten die Grenze bei Philippsreut ins für mich unbekannte Tschechien. Wir passierten die bekannt berüchtigten Ausfallstraßen, wo die Mädels sind, die auf den Bus warten. Doch der Bus war wahrscheinlich schon abgefahren, es saß nur ein Mädel auf der Leitplanke. Wir verließen die Hauptstraße und es ging über kleine Straßen berg- und talwärts durch eine wunderschöne Landschaft (Naturschutzgebiet), fast ohne Verkehr. Hier könnte man stundenlang cruisen und nur genießen. Der Straßenbelag ist zwar nicht immer der Beste und man muß ein bißchen Aufpassen, aber es trübt den Fahrspaß nicht. Achim führte uns über Lenora - Volary - Smedec nach Kremce und hier zum Ortteil Stupna. Wir hatten es geschafft, aber noch waren wir nicht da. Das Anwesen von Rita und Jiri liegt auf einem Hügel, weg von der Straße. Die letzten paar hundert Meter ging es bergauf bis zur Baumgrenze und hier fängt ein Stück Schotterweg an mit 2 querlaufenden Abflußrinnen und zum Teil ausgewaschenen Längsrillen. Dieses kleine Reststück ist für ungeübte Motorradfahrer nicht ohne und kostet etwas Überwindung und eine gute Beherrschung der Maschine. Nachdem wir dieses kleine Übel geschafft hatten, standen wir am Eingang eines ländlichen Idylls. Für die nächsten 3 Tage sollte es unsere Bleibe sein. Wir fuhren durch das Haupttor und bogen nach 50m auf einen kleinen Platz - umsäumt von einer Natursteinmauer - hinter der Mauer ging es dann 4 meter in die Tiefe, wie eine alte Festungsmauer. Wir waren angekommen auf Jiri's Festung!
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Nach einer kurzen Pause auf der Landstraße, übernahm ich die Führung, um zum ersten Etappenziel zu gelangen: dem Landgasthof "Zum Brandenburger Adler" in Dansbach. Es war Mittag geworden und die Anzeige unserer Mägen stand auf Hunger. Also Ausschau halten nach einem Lokal. Mein Auge fiel auf einen alten Landgasthof mit schattigem Biergarten.
Rita und Jiri warteten schon auf uns und in der garage hatte Jiri eine Zapfanlage mit einem 50l Fass Pilsener Urquell aufgestellt. Als wir von unseren Maschinen abgestiegen waren, erwartete uns ein kühles Bier. Noch umwerfender als das Bier war der imposante Ausblick über's Tal und die Umgebeung. Wir entfernten unser Gepäck von den Maschinen. Vereinbart war, daß Karl, Gisela, Ingo, Willi und Bernd im haupthaus übernachten würden. Bertram und Achim hatten beide ihr Zelt mitgebracht und wollten campen. Da Bertram ein großes Iglu-Zelt hatte, wurde vorgeschlagen, daß ich mit in Bertrams Zelt schlafen würde. Achim hatte extra ein kleines Zelt, sowie einen XXL-Schlafsack zusammen mit einer Luftmatratze besorgt. Das würde schon so in Ordnung sein (dachte er...).
Die beiden Zelte wurden im Garten hinter dem Haus aufgebaut. Nachdem dies fertig war, wartete Rita schon mit dem Abendessen auf uns. Es gab leckeres selbstgemachtes Chili Con Carne, alle waren begeistert.
Wir beschlossen den Abend dann mit einigen Bieren im Garten. Es war ein langer Tag gewesen und so gegen 22.30Uhr entschlossen wir uns, schlafen zu gehen. Weil die Anderen ins Haupthaus gingen, befassten Achim, Bertram und ich uns damit, ins Zelt zu krabbeln und uns in die Schlafsäcke einzurollen. In Bertrams Zelt war dies kein Problem, es war ja groß genug.
Doch aus dem kleinen Zelt neben uns kamen komische Geräusche, etwas schien dort nicht so flott zu funtionieren. Wir schliefen schließlich ein, aber so gegen 1.00Uhr nachts hörten Bertram und ich wieder diese sonderlichen Klänge, mehr schlafend als wach, hatte ich kein Interesse mal nachzuschauen.
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Die Überraschung kam morgens beim Aufstehen. So um sieben standen Bertram und ich auf und reckten uns aus dem Zelt. Waschen und Frühstück standen an. Mal schauen, ob der gute Achim auch schon wach ist. Siehe da, kein Achim im Zelt und auch kein Schlafsack. Was war passiert? Entführt von den Aliens? Hoffentlich haben die genug zu Essen dabei... nein, alles halb so schlimm. Sein Plan mit Zelt und Schlafsack hat wohl doch nicht so funktioniert, wie er gedacht hat. Es war ihm woll ziemlich kalt und feucht geworden und er ist nachts ins Haupthaus geflüchtet zu Bernd ins Wohnzimmer. Das war das Ende vom Campen für Achim.
Rita und Jiri warteten schon mit dem Frühstück auf uns. An diesem Tag wollten wir Cesky Krumlov (UNESCO-Weltkulturerbe) besuchen. Eine wunderbare historische Stadt, ein bißchen zu vergleichen mit Colmar im Elsaß. Nach dem Frühstück wurden die Maschinen wieder bestiegen und es ging los. Ingo, der mit dem Auto gekommen war, nahm Bernd als Begleiter mit. Wir fuhren hinter den beiden mit unseren Maschinen durch die malerische Landschaft bis nach Cesky Krumlov her.
Die historischen Häuser und Bauten erstrahlen hier in neuem Glanz. In den letzten Jahren hat sich hier viel getan. Es wurde wieder Mittag und wir fanden ein Fischrestaurant. Wir bestellten alkoholfreies Bier, aber als wir die Dosen sahen, schauten alle Willi an. Für uns war die Sache klar: es war Willibier ! Nur einen Haken hatte dieses Bier; es schmeckte wie Spülwasser !!!
Wir verließen Cesky Krumlov kurz danach und setzten unsere Wanderung durch das tschechische Hinterland fort, um dann spät nachmittags wieder zu unserem Lagerplatz zurückzufinden. Zum Abschluß des Tages gab es wieder ein gemütliches Beisammensein und ein kühles Bier.

Am nächsten Tag war Spanferkelgrillen angesagt. Als Bertram und ich an diesen Morgen unsere Iglu-Hütte verließen, bot sich ein bezauberender Blick über’s Tal. Das Tal war total im Nebel verschwunden. Nach dem Frühstück machten wir uns an die Arbeit und halfen Jiri bei der Vorbereitung der Grillstation. Es wurde Holz besorgt und Jiri's selbstgebauter Schweinegrill wurde aufgebaut.
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So gegen 14 Uhr wurde ein ungefähr 30 kg schweres Schwein am Spieß fest gemacht und der Grill entfacht. Dann hieß es nur noch faulenzen und warten bis das Schweinchen fertig war. Der gute Bernd als Zapfmeister versorgte uns mit kühlem Bier und Rita hatte auch noch einige leckere Gemüsesnacks dazu. Dies alles unter klarem blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein. Später am Nachmittag konnten wir dann Schweinerippchen und mehr geniessen.
Freunde und Bekannte von Rita und Jiri waren auch eingeladen, selbst der Dorf-Bürgermeister war anwesend. Achim hatte am nächsten Tag einen Besuch in Budovice (Budweis) und eine Tour rund um den Lipno - See geplant. Also starteten wir am Mittwochmorgen unsere Maschinen zur Stadt des Orginal Budweiser Bieres. Wir parkten unsere Maschinen direkt auf dem großen Marktplatz  in  Budowice.  Ein Touristenpaar war sehr begeistert von unseren Maschinen und prompt musste ich als Fotomodel agieren. 
Nach einer Führung rund um den Marktplatz und der Erkundung des schwarzen Turms durch einige von uns, ging es dann weiter Richtung Lipno-See. Wir fuhren eine wunderschöne Strecke durch ein Tal, entlang der Moldau in Richtung Vycci Brod. Hier haben wir dann auch Pause gemacht und zu Mittag gegessen.  Nachdem wir alle wieder gesättigt waren, ging es dann weiter zum See. Der Lipno - See ist fast 30 Km lang und entlang seines Ufers gibt es viele neue und sehr moderne Feriendörfer und Campingplätze. Diese Campingplätze sind fast ausschließend mit Holländern belegt (wahrscheinlich ist es hier nochbillig…..so fängt man Käseköpfe). 
Nach einer verkürzten Fahrt am See entlang ging es wieder zum Basislager, weil Achim sich noch um seine Heringe kümmern musste, die er zwei Tage zuvor eingelegt hatte. Diese sollten heute abend verspeisst werden. Auf jeden Fall hat er seine Sache sehr gut gemacht, es war sehr schmackhaft und sogar unser Küchenchef Bernd gab ihm ein Lob, was zwar spärlich ausfiel, aber immerhin. Es war jetzt Mittwochabend, die Zeit war wie im Fluge vergangen und am nächsten Morgen würden wir aufbrechen zum RoyalStar-Jahrestreffenin nach Neuburg an der Donau ( oder war es Neustadt ???). Mal schau'n: Achim fragen! Was macht übrigens der Kasten Bier? So, das war's. Eine wunderbare kurze Reise in ein Land, welches mir bisher unbekannt war. Tolle Eindrücke, beschauliche Landschaften, das Gefühl 50 Jahre in die Vergangenheit zu reisen. Es war einfach klasse. Herzlichen Dank an unsere Gastgeber Rita und Jiri, die hoffentlich auch ein bisschen Freude mit uns hatten. Solltet Ihr noch mal nach Deutschland kommen, würden wir gerne mal ein Bier zusammen trinken.

Patrick DeMaeyer (der neben dem Dicken in www.cologne-division.de auf der Seite: Bikerfun)