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S a i s o n - E r ö f f n u n g s f a h r t 2007
S A U E R L A N D   
-    E s l o h e - R e i s t e
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COLOGNE DIVISION

Als in 2006 die Motorradsaison zu Ende ging, fuhr die kölsche Division ins Sauerland zum Landgasthof Reinert in Eslohe-Reiste direkt an der B55. Damals hatte unser Rainer diese Adresse im Internet gefunden und gesehen, dass dieses Haus auch etwas für Motorradfahrer zu bieten hat. Ein Biker-Wochenende mit leckerem Essen und eine schöne geführte Tour in die Weiten des Landes der tausend Hügel. Es wurde eine gelungene Abschlussfahrt.  Als das Jahr 2006 sich nun so langsam verabschiedete, mussten wir uns entscheiden, wohin es in der nächsten Saison auf Eröffnungsfahrt gehen sollte, wie es die Tradition des Kölner Stammtisches so will. Nur hatte keiner von uns eine richtige Idee. Aber der Ruf des Sauerlandes war noch nicht erloschen und weil der Gaumen bei Reinert genau so verwöhnt wurde wie unsere Sucht zum fahren, sollte im neuen Jahr unser erstes Ziel Eslohe sein. Also reservierten wir  das Wochenende vom 27.-29. April für einen Besuch beim Landgasthof Reinert.

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Für mich gab es wieder die Aufgabe, eine schöne Anreisestrecke auszuarbeiten.  In meiner Freizeit erkundete ich eine Route, welche uns abwechselnd über Berg und Tal, an Seen vorbei und durch dichten Wald fast bis vor Reinert`s Haustür brachte, ohne dabei zu viel über die größeren Bundesstraßen zu fahren.  Jetzt lief der Countdown, alles war geplant und unsere Maschinen waren bereit.

Am Morgen des 27. April kam Stammesbruder Achim zu mir und wir beide fuhren zu unserem bekannten Treffplatz  in Hennef, von wo aus wir schon so viele Touren gestartet haben, dem „Burger King“. Hier begrüßten wir Karl und Gisela (damals noch mit ihrer RS), der Willi, der Manno und Hans G.  Ralf und Silvia würden wir später beim Reinert treffen.

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Das war also unsere kleine Gruppe.  Willi fuhr zum ersten Mal mit seiner neuen, klasse umgebauten Tour Deluxe mit und wir konnten uns an das Röhren seiner SuperTrapp 4 in 2 satt hören. Manno hatte sich damals mit seinem schwarzen Einsitzer für die unüberhörbaren Turnout-Tüten entschieden. Dann noch ein paar Vance and Hince-Kisten dabei und die Motorrad Big Band war komplett. Mit dieser interessanten Geräuschkulisse verließen wir an jenem schönen Frühlingsmorgen Hennef, durch das grüne Bröltal und weiter Richtung Ruppichteroth, wo wir Kurs  auf Wiehl nahmen. Bei Eberg in der Nähe von Marienheide machten wir Mittagpause. Entlang der Hauptstraße lag ein Balkan Restaurant mit einer Terrasse, vor der aus man einen guten Blick auf den Brucherstausee hatte. Die Bikes konnten direkt vor dem Haus geparkt werden.  Es war noch früh am Mittag und wir waren die einzigen Gäste im Lokal. Die Terrasse war schön schattig dank den großen Sonneschirmen, welche dort aufgestellt waren. Das gefiel uns sehr, weil die Sonne wieder voll dabei war. Eine erfrischende Apfelschorle und dann eine leckere Mahlzeit, sich ein bischen entspannen und nach gut eineinhalb Stunden, waren wir wieder für die Weiterreise bereit.

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Durch Marienheide und dann rechts ab über eine kleine Kreisstraße vorbei an der Lingetalsperre, immer weiter über Holzwipper Richtung Plettenberg und durch den Homert-Naturpark,  bis wir dann endlich in Eslohe auf der B55 raus kamen. Von da waren es nur noch ein paar Kilometer bis zu Reinert`s Landgasthof, wo wir schon erwartet wurden. Unsere Maschinen fanden einen trockenen Platz in Reinerts Großgarage. Wir waren noch dabei, unsere Sachen ab zu packen als auch Silvia und Ralf eintrafen.

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Ein fröhliches Wiedersehen, danach schnell die Zimmer bezogen und ab in den Biergarten, wo uns Reinert persönlich willkommen hieß und uns ein Bierchen spendierte. Er nahm nochmal das Programm  mit uns durch und fragte jeden nach seinen Menuewünschen. Für die Ausfahrt am Samstag hatte er einen Tourguide besorgt, welcher uns durchs das Sauerland führen wird. Im Biergarten war es sehr angenehm und wir verweilten noch ein bischen da.

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Inzwischen war im Restaurant unser Tisch gedeckt. Die freundliche Bedienung versorgte uns mit einem schmackhaften Drei-Gänge-Menu. Nachdem wir mit diesem fertig waren, genossen wir noch einen Kaffee. Zu unserer Überraschung versuchte sich der Willi mal als Luftballon- Entertainer. Der Abend flog vorbei und wir legten uns zur Ruhe. Die Zeit steht nie still und in ein paar Stunden ging die Sonne wieder über den grüne Bergen und Tälern des Sauerlandes auf.

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Früh aus den Federn, etwas Essen und Maschinen aus der Garage holen. Wir hatten wieder prächtiges Wetter und Silvia versuchte sich mal an Willis schwarzer Schönheit…. Wir wollten den Tag voll genießen und gegen neun erschien unser Tourbegleiter in Gesellschaft seiner netten Freundin.  Sie fuhren auf Yamaha´s Tourenschiff, einer FJR, also genug Leistung und Straßenlage, um mit uns mithalten zu können….  Reinert kam auch noch einmal kurz „Hallo“ sagen um uns dann eine gute Tour zu wünschen. Er schoss schnell ein Gruppenfoto und nun konnten wir unsere Kisten anwerfen.

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Mit unserem Guide in Führung ging es los, ein kurzes Stückchen über die B55 und schon bogen wir links ab in die grüne Natur. Über  kleinste Land- und Kreisstraßen - manchmal sogar über Landwirtschaftswege entlang den Wiesen und kleinen Bachläufen, um später wieder im Wald zu verschwinden. Wir sahen sogar wunderbare Kreaturen oder besser gesagt Skulpturen. Entlang unserer Route befand sich ein Hof oder Gutshof, in welchen sich ein Künstler einquartiert hat. Auf dem Gelände dieses Gutes standen große metallene Kunstwerke. Einigen von ihnen stellten Insekten dar. Eine riesige Libelle sah aus, als ob sie gerade auf uns zu fliegen wollte. Am Ende dieser ersten Etappe landeten wir auf dem Kahlen Asten. Hier fungiert die Wetterstation als kleines Museum und es gibt auch ein Cafe mit Außen-Terrasse. Wenn man da oben ein bisschen herum spaziert, kann man den schönen Panoramablick genießen. Seit dem Sturm Kyrill sind ganze Waldflächen im Sauerland ausradiert, so auch auf dem Kahlen Asten; wo einst Wälder standen, hat man jetzt einen freien Blick in die Weiten. Wir nahmen an einem der Holztische draußen Platz und genossen dieses herrliche Frühlingswetter bei einem kühlen Erfrischungsgetränk. Nicht nur Motorradfahrer treffen sich hier, auch Wanderer sind hier gerne.

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Diese kurze Pause war schön aber dann ging es weiter. Quer durch`s Land der tausend Hügel. Natur pur und schöne, ausgebaute Strassen - ideal zum Motorrad fahren. Gegen Mittag passierten wir in einem Tal ein kleines Landgut, welches früher einmal ein Kloster gewesen war: das Kloster Glindfeld. In lang verflogenen Zeiten hatten die Mönche des Kreuzherren-Stiftes hier dass Sagen und verhalfen dem nahe liegenden Ort Medebach zu seiner Blütezeit.  Genau in diese Ortschaft führte uns unser Guide. Wir machten Halt im Cafe- Restaurant Pöllmann.  Eine kleine Mittagsspeise und ein wenig Rasten tat jut. Am Abend stand uns ja noch ein 4 Gänge Menu bevor, welches auf uns wartete. Sobald wir hier fertig waren, saßen wir wieder im Sattel und weiter ging es.

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Es ließ sich super fahren an diesem Tag, wenig Verkehr auf den Straßen gab es für uns freie Fahrt. Nachdem wir den größten Teil des Tages so gemütlich rumgecruist waren, entschloss unser Streckenscout mal für sich, so ein bischen Gas zu geben. Darauf hatte ich eigentlich schon gewartet und ich hängte mich ran. Los ging es, die FJR zog turbinenartig weg. Ich schaltete ein Gang runter und mobilisierte die Kräfte aus unseren Drehmomentkeller. Das Poltern der Vance and Hince änderte sich in ein Röhren und man spürte, wie die Royal Star doch flott an Geschwindigkeit gewinnt und gleichzeitig der Druck auf den Körper zu nimmt, Gasgriff voll offen, der Motor brüllt, kurz ein wenig Gas  zurück nehmen,  blitzschnell kuppeln und wieder höher schalten, dann sofort wieder Gas voll auf.  Gerade Strecke, rechts Kurve voraus – Tunnelvision , vierhundert Meter, dreihundert, zweihundert , einhundert, fünfzig, Gang zurück schalten, Kurve von außen anschneiden, seine Maschine mit dem Körper in die Kurve hinein biegen, die Fliehkraft wirkt auf dich ein. Die Royal Star läuft wie auf Schienen, die Trittbretter schleifen über der Asphalt - Funken fliegen. Kurvenausgang gesehen, mit Vollgas über die Ideal-Linie wieder geradeaus.  Der Adrenalinspiegel steigt bei jeder Kurve. Unsere Dickschiffe sind keine Sportmaschinen aber das ist es ja gerade: diese Masse zu kontrollieren bei jeder Geschwindigkeit ist ja wie surfen auf der Welle des Drehmoments.  Es machte mir richtig Spaß, der Royal Star mal wieder die Spuren zu geben. So ging es Berg auf, Berg runter - eine schöne Strecke, die es in sich hatte. Nach diesem Kurventanz hielten wir für eine letzte Pause auf einen kleinen Parkplatz im Grünen an.

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Da war dann doch jemand sehr verwundert, wie flott man diese schweren Eisen bewegen kann. Wir stellten uns rund um unsere Maschinen und unterhielten uns über´s Motorrad fahren, was sonst ? Inzwischen hielt der Willi Ausschau nach Indianern – Fort Fun ist ja in der Nähe … Karl machte mal Probesitzen auf Silvia´s Schwarzen,  der 1100 Dragstar, sie ist etwas leichter und kommt mit ihren 62 PS gut weg. Dies hatte Silvia überzeugend gezeigt. Dann wurde es aber so langsam Zeit, wieder zurück zu kehren. Am Ende des Nachmittages trafen wir wieder bei Reinert ein. Unsere Feuerstühle in der Garage abgestellt und die Spät-Nachmittags-Sonne noch im Biergarten genießen. Reinert hatte vorgesorgt und einen Tisch für uns vorbereitet. Auf dem Tisch lag schon unser Gruppenfoto , welches er morgens bei der Abfahrt gemacht hatte. Wir luden natürlich unsere beiden Begleiter ein, noch „Eins“ auf die schöne Tour mitzutrinken, welche sie mit uns gefahren waren.

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So ganzen Tag mit dem Mopped unterwegs, macht einen doch ein bisschen müde und auch hungrig auf das vorbereitete 4-Gänge-Menue.  Später, als wir von unseren Tourguide und seiner Freundin Abschied genommen hatten, fanden wir uns im Restaurant zurück. Wir ließen uns von Reinerts Gaumenzauber verwöhnen und nach noch einem Absacker ging es in die Heia.  Der Sonntagmorgen war wie immer der Tag des Abschieds. So standen wir alle gut gelaunt auf, um nach dem Frühstück bei Sonnenschein die Heimreise anzutreten. Wir wünschten Ralf und Silvia gute Fahrt und verabschiedeten uns von Reinert. Unsere kleine Gruppe drehte auf die B55 in Richtung Olpe und wir folgten der Asphaltschnur vorbei an der Biggesee. Von Meinerzhagen aus wurde Waldbröl angesteuert. In Waldbröl auf einem großen Parkplatz direkt gegenüber Duc Dickel (Vertretung für Italienische Motorräder) machten wir noch eine letzte Pause. Weil wir hier die Beine ein bisschen streckten, kamen noch ein paar andere Motorradfahrer auf den Parkplatz.  Nicht um Pause zu machen, sondern um Wheelies zu üben.

 

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Die letzten Kilometer kamen unter die Räder. In Hennef war die Fahrt für Achim und mich zu Ende. Willi, Karl und Gisela kehrten über die Autobahn heim. Das Wochenende ging zu Ende und wir hatten wieder ein sehr schönes Fleckchen von Deutschland besser kennen gelernt. Die Erinnerungen bleiben.

 

In diesem Sinne,  euer  Patrick

 

Der Kölsche Belgier     

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